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Der Stadt Land Food-Salon

 

Dass wir mit Euch in den Stadt Land Food-Werkstätten elf unserer wichtigsten Lebensmittel – vom Kaffee bis zum Schnaps – kneten, schleudern, destillieren und conchieren werden, haben wir Euch ja schon erzählt. Aber warum essen wir eigentlich, was wir essen? Und was macht unser Essen mit uns? Gibt es so etwa wie einen kulinarischen Kanon? Und verändert, ja erweitert sich unser Geist, wenn auch unser Magen einmal etwas Neues zu erleben bekommt?

Samstag
20:00 – 20:05 Begrüßung
20:05 – 20:20 Vortrag Käse: Milch für die Ewigkeit von Arpad Dobriban, Künstler
20:20 – 20:35 Vortrag Fleisch mit Rudolf Bühler & Hendrik Haase
20:50 – 21:05 Vortrag Gemüse: Vergoren, Verrottet, Verfault – Fermentation zwischen Gammel und Gourmet mit Cathrin Brandes & Olaf Schnelle
21:05 – 21:20 Vortrag Bier: CRAFTBEER oder nicht CRAFTBEER mit Johannes Heidenpeter
21:20 – 21:35 Vortrag Kaffee

Sonntag
20:00 – 20:05 Begrüßung
20:05 – 20:20 Bühnengespräch Essen & Identität mit Clemens Niedenthal, Gastroredakteur tip Berlin und Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Ethnologe und Gründungsdirektor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung
20:20 – 20:35 Vortrag Fisch: Our oceans belong to all of us. Let’s share the pleasure and the responsibility (engl.) mit Barbara Geertsema-Rodenburg
20:50 – 21:05 Vortrag Honig: Honig – Goldenes Spiegelbild unserer Gesellschaft mit Max Baumann, von dem Verein Kleinfolgenreich/ Immenhort … einem kleinen ‚gallischen Bienen-Dorf‘ inmitten der Agrarwüste Sachsen Anhalts…
21:05 – 21:20 Vortrag Brot: Nach München brauchst` ned gehn… mit Arndt Erbel, Freibäcker
21:20 – 21:35 Vortrag Destille: Regionalität bei Spirituosen. Über Sinn und Unsinn und Labels mit Oliver Ebert, Inhaber der Cocktailbar Becketts Kopf

Abends, wenn der Käse abgeseiht und das Brot gebacken ist, lassen wir den Tag mit dem Stadt Land Food-Salon ausklingen. Ausgesuchte Protagonisten einer handwerklichen Lebensmittelkultur widmen sich gemäß dem Leitthema des Festivals Fragen zu Essen und Identität. Dabei wird diskutiert, ob die Wurst ein deutsches Kulturgut ist und das Sauerkraut uns zu denen gemacht hat, die wir heute sind.  Bei Wurstlelier und Aktivist Hendrik Haase  und Rudolf Bühler, Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall geht es um die Wurst. Unser Markthallenbrauer Johannes Heidenpeter rekapituliert die in diesem Jahr 500-jährige Geschichte des Reinheitsgebots, ein machtvolles Medium einer fragwürdigen Identitätskonstruktion. Ob und wie in der selbsterklärten Brotnation Brote noch ohne Zusatzstoffe auskommen, erzählt uns der leidenschaftliche Freibäcker Arnd Erbel aus Franken. Jedes Land hat auch seine ganz besondere Spirituosentradition, aber wieviel Regionalität steckt im Destillierten. Über Sinn und Unsinn und Labels Regionalität spricht Oliver Ebert, Inhaber der  Berliner Bar-Institution Becketts KopfOlaf Schnelle und Cathrin Brandes widmen sich der zwischenzeitlich vergessenen Lebensmittelkulturtechnik der Fermentation und fragen, wie es um eine Gesellschaft steht, die es nicht mehr nötig hat, mit dem Konservieren ihrer Nahrung vertraut zu sein. Einer anderen – archaischen – Art der Haltbarmachung widmet sich der Künstler Arpad Dobriban: der von alter Milch. „Milch für die Ewigkeit“ heißt seine Installation für die er getrocknet Sauermilchprodukte verschiedenster Länder zusammengetragen hat.

Essen ist Teil unserer Kultur und hat ganze ‚Kulturlandschaften‘ wie zum Beispiel die Almwiesen in den Alpen geprägt. Dass unsere Essgewohnheiten Auswirkungen auf unsere Umwelt haben, wird im Vortrag „Our oceans belong to all of us. Let’s share the pleasure and the responsibility“ von Nordssefischein Barbara Geertsema-Rodenburg und bei Max Baumann vom Verein Kleinfolgenreich, der uns Honig als „Spiegel unserer Gesellschaft vorstellt. Wir freuen uns auf elf kurzweilige (rund zwanzigminütige) Impulsvorträge und auf Eure Einwürfe zu eben diesem Thema: unsere (kulinarische) Identität.

Der Salon findet am Samstag, 1. Oktober und Sonntag, 2. Oktober von 20–21.30 Uhr auf der Bühne in der Markthalle Neun vor der Kantine statt.